Der Austausch der Kupferdichtringe am 16.10.07
Etwas überrascht, wo denn bei unserem "neuen" R19-Motor der Abgasgeruch im Stand (also im Leerlauf) herkam, tippte
ich (wieder einmal) auf einen defekten Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung. Weit gefehlt, vorgestern schraubte
ich mal den Luftfilter ab und sah, dass die vordere Benzinleitung an der Einspritzanlage "minimal" feucht war -
auf gut Deutsch: Benzin trat aus. Das ist in direkter Krümmernähe absolut gefährlich.
Beim Motortausch hätte man also die alten Kupferdichtringe gleich durch neue ersetzen müssen - na ja,
in diesem Fall zumindest einen der beiden.
Also am Montag (gestern) bei Renault erst einmal die Kupferringe bestellt. Da dies konische
Maßanfertigungen sind, lässt sich Renault die Preise natürlich vergolden. 2,80 Euro netto
plus Mehrwertsteuer, also 3,33 Euro pro Stück, ist für die kleinen Dinger ein "teurer" Preis.
Aber Sicherheit hat seinen Preis. Also 6,66 Euro bezahlt und ab damit auf den Hof meiner Eltern.
Innerhalb von 50 Minuten geduldiger Arbeit und einer 30-minütigen Sichtungs-
und Vorbereitungsphase (Krümmer war noch heiß von einem Testlauf) stellte sich das
Vorhaben als relativ einfach heraus. Man muss nur aufpassen, dass einem die winzigen,
kostbaren Ringe nicht "auf immer und ewig" verloren gehen.

Zunächst einmal den Luftfilter abgebaut. Man hat ja Routine.

Die untere Leitung ist für die Kraftstoffzuführung. Diese ist, wie auf dem Bild zu sehen ist, leicht verschmiert.
Die Kraftstoffleitung ist seitlich in das "dicke" Kupfergewinde an der Einspritzanlage eingeschraubt.
Deshalb bitte nur die kleinere Mutter drehen - zum Lösen entgegen dem Uhrzeigersinn.
AB DIESER STELLE MAL EIN PAAR TIPPS:
1. FLUPPEN AUS! ES SEI DENN, IHR
STEHT AUF FEUERWERK JENSEITS
VON SILVESTER!
2. DER UNTER DER EINSPRITZANLAGE
BEFINDLICHE KRÜMMER SOLLTE
MÖGLICHST ABGEKÜHLT SEIN!
3. ZÜNDUNG AUS! (BESSER MASSE VON
BATTERIE ABKLEMMEN)
4. GEFÄSS UND LAPPEN DARUNTERLEGEN!

Lappen oder ähnliches drunter. Wenn ihr die Benzinleitung rauszieht, kommt
euch unweigerlich Sprit entgegen, da die Leitung unter einem
gewissen "Druck" steht!

Und jetzt vorsichtig beim Lösen, das sind Kupfergewinde und die sind
nicht so widerstandsfähig wie Stahl. Die Erklärungen im Bild
sind wohl aussagekräftig: mit Maulschlüssel Größe 13 die
rechte Mutter langsam lösen und gleichzeitig an
der linken, größeren Mutter mit Größe 15 "arretieren".
Beim Rausziehen der Kraftstoffleitung vorsichtig
herauswackeln.

Der alte Kupferring saß noch in dem Gewinde der Einspritzanlage. Ich habe ihn vorsichtig mit
einem kleinen, spitzen Schraubenzieher herausbefördert und den neuen Ring mit zwei kleinen
Schraubenziehern wieder "reingedrückt". Die "konische", gerundete Seite
des Ringes muss dabei zur Benzinleitung zeigen. Kraftstoffleitung reindrücken,
festschrauben, fertig! ACHTUNG: beim Festschrauben reicht es
vollkommen, die Kraftstoffleitung etwas mehr als handfest zu ziehen.
Bevor ihr den Luftfilter wieder aufsetzt, erst einmal gemütlich den Motor im Stand
einige Minuten laufen lassen und genau prüfen (mit Hand/Taschentuch/Geruchsprobe),
ob noch Benzin austritt. Bei mir bleibt es jetzt trocken und der neue
Kupferring erfüllt seinen Zweck.
UND DAMIT IHR WISST, WOVON ICH HIER DIE GANZE ZEIT REDE:
DAS SIND DIE KUPFERRINGE!

Rechts der alte Ring, links der übriggebliebene "neue", den ich vorsichtshalber
für die zweite Leitung mitbestellt hatte. Da diese allerdings trocken ist,
habe ich hier auf einen Austausch verzichtet und den alten
Ring dringelassen.
WICHTIG ÜBRIGENS: wenn ihr so wie ich die 1,7-Liter-Maschine habt und euch der Renault-Mitarbeiter sagt, dass
der Kupferring nicht mehr lieferbar sei, dann kennt er den Trick nicht. Für den 1,7-Liter-Motor
werden im Renault-Werkstattprogramm schon seit Jahren keine Kupferringe mehr angezeigt.
Es sind aber dieselben Ringe wie in der 1,4-Liter-Maschine (C3J-Motor), und dort erfährt
man auch die Nummer des Teils:
RENAULT-Artikelnummer 77 03 062 052, Preis je Stück 3,33 Euro (Stand 10/2007)
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